Samstag, 30. Januar 2010

Schokoladencreme mit Baiserhäubchen


Heute noch ein schnelles Wochenend-Dessert. Ich habe im Internet diese schnelle und wirklich gute Nachspeise gefunden, weiß aber nicht mehr wo, sonst würde ich Euch gerne darauf hinweisen.

Sie sieht sehr kompliziert aus, ist sie aber wirklich nicht.

Ihr benötigt für ? Personen:
  • 1 Ei

  • 2 Eigelbe

  • 1 Tasse Kokosmilch

  • 1 Tasse Vollmilch

  • 1/2 Mokkalöffel Kardamomsamen

  • 3 EL brauner Zucker

  • 60 g dunkle Schokolade

  • 1 EL Kakaopulver

Für den Baiser:

  • 2 Eiweiß

  • 60 g Staubzucker
  1. Als erstes heize ich den Backofen auf 160° Heißluft vor.

  2. Milch und Kokosmilch erhitze ich bis kurz vor dem Siedepunkt und gebe den Kardamom dazu und lass es ziehen.

  3. Inzwischen schmelze ich, in einem kleinen Schüsselchen, die gehackte Schokolade, bei mittlerer Hitze, über einem Wasserbad. Ich decke sie ab, dann geht es schneller. Aber Vorsicht, es kann sich Kondenswasser bilden und beim Abnehmen von der Folie darf kein Wasser in die Schokolade. Schokolade und Wasser sind Todfeinde.

  4. In einer Schüssel schlage ich das Ei und das Eigelb mit dem Zucker schaumig, dann rühre ich die geschmolzene Schokolade und das gesiebte Kakaopulver unter.

  5. Jetzt erhitze ich die Milch nochmals, siebe den Kardamom ab und gieße die Milch unter ständigem Rühren in die Schokolade-Eiermasse.

  6. Ich verteile die Creme auf wieviele Schüsselchen? Für unseren Junior kommt viel ins Gläschen, auch für Norbert, für unsere Große und für mich weniger. Unsere zwei "Süßen" in der Familie, sind beide zwei Bohnenstangen, das ist ungerecht! Ich bekäme aber locker sechs Portionen, auch noch 8 kleinere heraus. Schaut mal selbst, wieviel ihr daraus macht.

  7. Jetzt gebe ich die Gläschen in eine feuerfeste Form und schütte soviel Wasser in den Boden, dass sie 2 cm darin stehen und schiebe sie in den Backofen. Dort bleiben sie 25 - 30 Minuten. Das Wasser beginnt irgendwann an zu sieden und die Gläschen bewegen sich dann ganz leicht.

  8. Ich nehme die Form aus dem Ofen und entferne die Gläschen aus dem Wasser. Ich lasse die Creme vollständig auskühlen und gebe sie sogar noch 2 Stunden in den Kühlschrank.

  9. Kurz vor dem Servieren schalte ich den Backofen auf 200° Heißluft und nehme die Gläschen aus dem Kühlschrank.

  10. Ich schlage die Eiweiß zu Schnee, gebe den Staubzucker dazu und schlage es so lange bis sich weiche Spitzen bilden.

  11. Ich fülle die Eiweißmasse in die Dekor-Spritze und verteile sie auf die Creme.

  12. Ich gebe die Gläschen auf ein Blech, da ich sie so alle gleichzeitig in den Ofen hineinschieben und später wieder herausnehmen kann und ab in den Ofen.

  13. Nach 8 Minuten nehme ich sie wieder heraus. Ich habe die Spitzen mit einem Brenner noch angekokelt, damit es schöner aussieht.


Nichts bleibt übrig außer dem Verlangen, diese Nachspeise nochmals mit weißer Schokolade zu testen.

Donnerstag, 28. Januar 2010

Meine Liebe zur Kartoffel

Ich mag Kartoffel wirklich sehr gerne. Mein Leibgericht ist Röstkartoffel mit Spiegelei und Speck. Außerdem kann man mit Kartoffeln so unglaublich vieles tun und zu diesem Zwecke gibt es auch verschiedene Sorten. An die 30 Sorten sollen es sein (siehe Kommentar unten) und ich kann euch nur wärmstens ans Herz legen, die richtige für das jeweilige Rezept zu nehmen. Grob unterscheidet man zwischen mehlige und speckige Kartoffeln. Habt ihr schon einmal probiert, Kartoffelpüree mit speckige Kartoffeln zu machen? Da kommt so etwas ähnliches wie Kleister raus, anstatt einem flockigem, leichten Püree. Wenn ich so an verschiedene Gerichte aus Kartoffeln denke: Gratin, Suppe, Teigtaschen, Gnocchi, Salat....., mir läuft immer das Wasser im Mund zusammen.
Nur dieses Gericht habe ich als Kind gehasst. Ich mochte überhaupt keinen Fisch. Heute würde ich mich eher für Fisch als für Fleisch entscheiden, wenn ich wählen müsste.
Stockfisch hat seinen Namen vom Fisch der auf Stockgestellen aufgehängt wird um an der frischen Meeresbrise zu trocknen. Im Italienischen heißt er "stoccafisso" oder "baccalá", kommt aber immer aus der Familie der Barsche. Früher war das Stockfischgreastl ein Fastenessen, was ich als Kind auch so verstanden habe. Ich aß wenig und habe gelitten!
Heute liebe ich diese Speise. Es ist eine südtiroler Spezialität.
Beim Fischhändler habe ich nachgefragt. Den gewässerten Stockfisch gibt es ungefähr von Anfang Dezember (die Adventszeit wäre streng genommen auch Fastenzeit) bis Ostern.
Lasst euch vom "Gestank" des rohen Fisches nicht zurückhalten, dieses köstliche Gericht zu kochen.


Stockfischgreastl für 4 Personen:

  • 1/2 kg Stockfisch, gewässert
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1/2 kg speckige Kartoffeln (mein Kartoffelherz ist ein roter Kartoffel, eindeutig speckig)
  • 50 g Lauch
  • 1/2 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Schuss trockener Weißwein
  • ca. 100 ml Sahne
  • 50 g Butterschmalz
  • Petersilie, fein gehackt
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Öl
  1. Die Kartoffel wasche ich und gebe sie ins Dampfkörbchen des Schnellkochtopfs. Unter den Einsatz muss ich nur 1/4 l Wasser geben. Ich verschließe den Topf, stelle ihn auf den Herd und lasse das Ventil hoch gehen. Ab dem Moment wie ich den 2. Ring des Ventils sehe, stelle ich meinen Timer auf 5 Minuten und schalte die Hitze zurück. Ich koche mit Gasflamme, alle mit Ceranfeld müssen etwas früher zurückschalten. Nach den 5 Minuten nehme ich den Schnellkochtopf vom Herd und lasse das Ventil langsam heruntergehen. Wenn ich im Schnellverfahren den Topf öffnen würde, hätte ich geplatzte Kartoffeln. Sie halten den schnellen Druckabfall nicht aus und explodieren (natürlich im Topf). Wie ihr schon bemerkt habt, habe ich vor dem Schnellkochtopf keinen Respekt. Ich wüsste auch nicht aus welchem Grund. Es kann nichts passieren!
  2. Die Kartoffel schäle ich sofort und lasse sie ausdampfen, so werden sie schön knackig. Sobald sie ausgekühlt sind, schneide ich sie in Scheiben.
  3. Ich stelle einen Topf voll Wasser zum Kochen auf den Herd. Sobald es heiß ist, salze ich es kräftig, gebe das Lorbeerblatt dazu, rühre um, damit das Salz nicht am Boden liegen bleibt und lasse den Stockfisch darin 10 Minuten ziehen. Den Herd schalte ich aus.
  4. Stockfisch abseihen. Dann entferne ich mit den Fingern alle Gräten, harte Teile und die Haut und zupfe die Fleischteile in mundgerecht Stücke.
  5. Jetzt schneide ich die Zwiebel und den gewaschenen Lauch in feine Ringe und stelle sie bereit. Den Knoblauch hacke ich fein, lass ihn aber separat.
  6. Ich wärme den Backofen auf 100° vor.

  7. Zum Kartoffel rösten nehme ich eine beschichtete Pfanne, gebe Butterschmalz hinein und röste sie rundum goldgelb, dann salze ich sie erst und fülle sie in eine feuerfeste Form und diese in den Backofen.

  8. In derselben Pfanne gebe ich jetzt ein bisschen Öl und röste den Zwiebel und den Lauch leicht an, dann kommt erst der Knoblauch dazu, lass ihn etwas mitbraten und gebe erst dann den Stockfisch in die Pfanne. Ich erhitzen alles stark und lösche dann mit dem Weißwein.
  9. Ich nehme das feuerfeste Geschirr aus dem Ofen, gebe den Fisch dazu und würze kräftig mit Salz und frischem Pfeffer. Ich weiß nicht wieso, Kartoffeln brauchen ausnahmsweise viel Salz.
  10. Gehackte Petersilie habe ich im gefrorenen Zustand noch vom Sommer im Gefrierschrank. 1 Esslöffel streue ich darüber, schütte die Sahne an, vermische alles gut miteinander und man kann nur noch zuschlagen.

Hoffentlich habe ich genug gekocht, bei so einer Begeisterung, und das bei Fisch!

Montag, 25. Januar 2010

Nachgekocht: Dörrgemüse-Risotto und eins von mir: Strozzapreti trentini


Bei Robert habe ich ein schönes Rezept für Dörrgemüse gesehen. Da ich sebst Melanzane gedörrt habe, hab ich es sofort ausprobiert. Melanzane zu dörren ist eine wunderbare Art, wenn man zuviele im Sommer auf den Stauden hängen hat, sie für den Winter haltbar zu machen. Ich habe sie ungefähr 1/2 cm dick gehobelt und auf meinen Dörrapparat gelegt. Danach waren sie wie Chips.

Dörrtomaten bekommt man bei uns auf jedem Markt. Die Tomaten von meinem Garten habe ich allesamt eingekocht und zehre jetzt noch davon. Diese gekauften sind ziemlich gesalzen. Man legt sie in eine Schüssel und übergießt sie mit kochendem Wasser. Danach lege ich sie auf ein Küchenpapier und lasse sie trocknen. Jetzt sind sie wieder schön weich und entsalzen. Danach schichte ich sie in ein Glas, gebe frische Origano-Blätter zwischen die Schichten und fülle das Glas mit bestem Olivenöl. Solche Tomaten habe ich das ganze Jahr im Kühlschrank. Um sie zu essen, muss ich sie allerdings früh genug herausnehmen, damit sich das gestockte Öl wieder verflüssigt.


Das Rezept für den Risotto könnt ihr bei lamiacucina nachlesen. Ich sage euch was ich ein anderes Mal ändern würde: ich habe sowieso nur die Hälfte Pilze genommen, als Robert angegeben hat und die waren zu intensiv. Die Melanzane hat man nicht geschmeckt. Ich würde das nächste Mal nur Melanzane und getrocknete Tomaten nehmen. Ich habe die Melanzane auch geröstet, aber mit reichlich Olivenöl überträufelt und danach nicht eingeweicht, sondern zum Schluss nur untergerührt. Während dem Rösten haben wir diese Melanzane-Chips so gegessen, eine Wucht!


Wenn Kinder mitessen, den Weißwein reduzieren: 1 Schuss Madeira und 1 Schuss Weißwein, den Rest mit Brühe aufgießen. Zum Schluss habe ich den Reis in zwei geteilt, in den einen kam ein kräftiger Schuss Grappa, in den Kinder-Reis keiner. Die Tomaten habe ich gewürfelt und in einem Schüsselchen auf den Tisch gestellt, da wir jemanden haben, der Tomaten absolut nicht mag. Uns hat der Risotto gut geschmeckt, obwohl er wie ein Risotto ai funghi geschmeckt hat.

Und jetzt zum Rezept von mir: Strozzapreti trentini

Auch von Robert inspiriert habe ich dann diese Gnocchi gemacht, die von den Zutaten unseren Spinatnocken ähneln, aber ganz anders schmecken. Woher dieser eigentümliche Name kommt erklärt er euch auf seiner Seite.

Zutaten für 4 Personen:
  • 200 g Knödelbrot oder altbackenes Brot

  • ca. 200 ml Milch
  • 100 g Spinat gekocht und gehackt

  • 1 kleines Ei

  • Brotbrösel

  • Mehl

  • Salz

Für den Sugo:

  • 300 g Kirschtomaten

  • Olivenöl

  • Salz

  • Pfeffer, frisch gemahlen

  • 60 g Butter
  • 30 g Mandelblättchen

  1. Ich weiche das Brot mit der etwas gewärmten Milch ein, rühre gut um und lasse es eine Weile stehen. Es kann sein, dass das Brot die gesamte Milch aufsaugt, wenn es ziemlich trocken war. Es kann aber auch sein, dass noch Milch herauszudrücken geht, dann sollte man das tun. Bei mir war keine Milch mehr da, aber das Brot ziemlich nass.

  2. Jetzt gebe ich das Brot und den Spinat in die Küchenmaschine (in meinem Fall in den Fine cut von Fissler, da ich keine elektrische besitze) und vermische das Brot mit dem Spinat, indem ich es hacke.

  3. Ich gebe diese grüne Masse in die Schüssel von vorher zurück, gebe das Ei dazu, würze mit Salz und knete die Masse mit einer Hand. Mit der anderen Hand gebe ich soviel Mehl und Brösel dazu, wie ich brauche. Die Menge ist schwer anzugeben. Ich gebe immer eine handvoll Brösel und eine handvoll Mehl dazu und knete mit der anderen den Teig. Das wiederhole ich solange, bis ich mir vorstellen kann mit diesem Teig Gnocchi zu formen. Er darf auf keinen Fall zu trocken sein. Jetzt wird erst einmal geruht. Nicht ich, der Teig.

  4. Ich stelle schon wieder einmal einen Topf mit Wasser auf den Herd. Das Wasser kocht bald. In der Zwischenzeit schneide ich von den Kirschtomaten die Stielansätze heraus und schneide auf den Hintern eine Kreuz ein (geht mit einem Messer mit Wellenschliff viiiel besser).

  5. Sobald das Wasser kocht, schmeiße ich die Tomaten ins Wasser und lasse sie 1-2 Minuten sieden. Ich hole sie mit dem Schaumlöffel heraus und gebe sie in einen Behälter mit kaltem Wasser, dass sie sofort abkühlen.

  6. Die Kirschtomaten teile ich in Viertel und gebe sie in eine Pfanne in der ich Olivenöl schon ein wenig gewärmt habe. Salzen und pfeffern, Deckel drauf und dann lasse ich sie ein Weilchen kochen, aber nicht zu lange, man soll sie noch erkennen.

  7. Das Wasser im Topf salze ich und decke es wieder zu.


  8. Jetzt nehme ich den Teig aus der Schüssel raus, auf die bemehlte Arbeitsfläche und gehe genauso vor, wie bei Kartoffel-Gnocchi. Ich forme einen großen Strang, teile diesen in drei Teile. Forme mit jedem eine kleine, etwa 2 cm dicke Rolle und schneide mit einem scharfen Messer Gnocchi.

  9. Ich schalte das Wasser wieder ein, damit es kocht und gebe die ersten 4 Portionen ins Wasser. Sie brauchen etwas, aber dann erscheinen sie an der Wasseroberfläche. Ich lasse sie noch etwas kochen, dann nehme ich sie mit dem Schaumlöffel heraus und gebe sie in die Pfanne mit den Tomaten. Jetzt kommt die zweite Runde dran, bis der ganze Teig aufgebraucht ist.

  10. Ich habe die Butter geschmolzen und die Mandelblättchen darin gebräunt.

  11. Die Pfanne kommt auf den Tisch. Für unsere Tomaten-Queen habe ich natürlich welche ohne Tomaten. Sie reibt sich Parmesankäse darüber, dann die Mandelblättchen. Sieht auch ganz gut aus.

Wir essen die Strozzapreti ohne Käse, braucht es auch nicht. Sie sind so schon lecker!

Donnerstag, 21. Januar 2010

Kürbis-Ravioli

Solange es Kürbisse gibt, muss ich die Zeit nutzen und bereite alles mögliche mit dieser interessanten Frucht zu. Sie sind wegen ihrer großen Anzahl an Kernen ein Symbol für Fruchtbarkeit, bestehen zu 95 % aus Wasser und es gibt sie in vielen Farben und Formen. Ich ziehe den Butternuss-Kürbis vor, solange ich ihn bekomme. Kürbisse verlieren bei längerer Lagerung nur Flüssigkeit. Sie werden leichter, aber der Geschmack bleibt erhalten.
Größte Voraussetzung zur Verarbeitung ist ein großes scharfes Messer. Ich habe schon oft bemerkt, dass es Menschen gibt die vor großen Messern Angst haben. Sie nehmen das kleinste Messer, dass zur Verfügung steht. Dabei verletzt man sich bei einem kleinen, mit dem ich herumfitzeln muss, viel eher, als wenn ich mit einem großen, natürlich auch scharfen, Messer mit einer bestimmten Sicherheit schneide. Kleine Messer sind zum Essen da, große zum Arbeiten.

Kürbisse sind hart wie Holz, deshalb kann man aus ihnen auch so schöne Kürbisköpfe schnitzen.
Also, ich habe einen Butternuss-Kürbis und zerteile ihn mit purer Gewalt. Ich brauch natürlich nur einen Teil davon. Den nicht verwendeten decke ich mit Klarsichtfolie ab und gebe ihn in den Kühlschrank. Abends gibt es Kürbiscreme-Suppe mit Curry.
Ich nehme einen Löffel und hole die Kerne aus dem Inneren des Kürbisses. Danach stelle ich ihn, mit der Schnittstelle nach unten, auf ein Brett und schäle ihn mit meinem Messer. Jetzt ist er bereit für die Weiterverarbeitung.
Gekaufte Kürbis-Ravioli sind mir immer zu süß. Das kommt daher, dass in die originale Fülle Amaretti (ein süßer Mandel-Keks) kommen. Ich habe mir eine Version ausgedacht, in der nur ein Hauch von dieser Süße zu schmecken ist.
Zutaten für 4 Personen:

Für den Teig:

  • 130 g Mehl
  • 70 g Hartweizenmehl
  • 2 Eier
  • etwas Olivenöl

Für die Fülle:

  • 1/2 kg geputztes Kürbisfleisch
  • Rosmarin, getrocknet und zerrieben
  • wenig Muskatnuss
  • wenig Zimt
  • 2 TL Amaretto di Saronno
  • 1 TL Kürbiskernöl
  • 50 g Parmesankäse gerieben
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle

Für die Sahnesauce:

  • 50 g Butter
  • 100 ml Sahne
  • 25 g Parmesankäse
  • Salz
  • Pfeffer, frisch gemahlen
  1. Ich schalte den Backofen auf 200° Heißluft.
  2. Ich schneide das Kürbisfleisch in Schnitze, gebe sie auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und streue ein wenig Rosmarin darüber.
  3. Ich gebe das Kürbisfleisch in den Ofen und lasse es dort für 15 Minuten. Es soll an den Rändern ein bisschen gebräunt sein.
  4. Nachdem ich die Kürbisscheiben herausgenommen habe, lasse ich sie abkühlen und zerdrücke sie dann mit einer Gabel auf dem Backpapier zu Mus.

  5. Ich gebe dieses Kürbismus in eine Schüssel und füge alle anderen Zutaten hinzu. Alles gut vermischen, dann müsste das so wie auf dem Foto aussehen.
  6. Jetzt kommt der Nudelteig dran: Mehle auf eine Arbeitfläche geben, eine Mulde bilden, Eier und Olivenöl hineingeben, so wie auf dem Foto hier. Alles gut verkneten, um so länger um so besser. Falls der Teig zu trocken ist, mache ich mir nur die Hände nass und knete weiter, falls er zu nass ist, gebe ich noch etwas Hartweizenmehl dazu, aber nur wenig. Der Teig sollte nicht mehr an den Händen kleben und trotzdem schön geschmeidig sein. Dann gebe ich den Teig in einen Nylonbeutel und gönn ihm eine Verschnaufpause. Ich gebe den Beutel mit dem Teig nie in den Kühlschrank, warum auch, der Teig bleibt bei Zimmertemperatur viel geschmeidiger Solange, dass sich eventuell Salmonellen bilden könnten, lass ich ihn nicht liegen.

    Bis hierher bereite ich alles schon morgens zu und gehe dann zur Arbeit. Mittags wird dann weiter gekocht.
  7. Ich stelle wieder einmal Wasser zum Kochen auf den Herd.
  8. Ich beginne den Teig zu verarbeiten, indem ich nur die Hälfte aus dem Beutel nehme und ihn, beim größten Abstand, durch die Walze der Nudelmaschine drehe. Falls nicht schon beim Ersten Gang eine Nudelplatte entsteht, lege ich das was herausgekommen ist zusammen und drehe den Nudelteig nochmals durch diese Einstellung von der Walze. Das wiederhole ich solange bis ich eine schöne homogene Nudelplatte habe. Jetzt verstelle ich die Walze auf die nächstschmälere. Die Platte wird immer länger. Irgendwann muss ich sie teilen, da ich nicht Professor Gaged bin, der sein Arme verlängern kann. Ich mehle überhaupt nie ein. Der Teig, wenn er richtig ist, klebt nicht zusammen. Die erste Hälfte des Teiges wird bis auf die letzte, dünnste Stufe ausgewalgt, die zweite muss noch warten. Dann lege ich ihn auf die mit Hartweizenmehl gemehlte Arbeitsfläche. Jetzt heißt es schnell sein, da der Teig sofort zu trocknen beginnt. Ich möchte ihn, ohne mit Wasser herumfummeln zu müssen, mit der zweiten Nudelplatte, "zusammenpitschen", wie der Südtiroler so schön sagt.

  9. Ich gebe die Fülle in kleine Häufchen regelmäßig auf diese Nudelplatte, und walge sofort die zweite Hälfte des Teiges ganz dünn aus. Mit ein bisschen Glück, kann ich diese schön über die andere legen und dann drücke ich mit den Fingern, zwischen der Fülle die Teigplatten zusammen, das müsste ohne Probleme auch ohne Wasser funktionieren. Dabei muss ich achten, dass so wenig wie möglich Luft in den Räumen von der Fülle bleibt, sonst schwimmen die Ravioli, später beim Kochen, wie kleine Bojen an der Oberfläche, und ich habe den größten Stress sie unter Wasser zu halten.


    Falls doch Luft drinn geblieben ist, nehme ich ein kleines Messer (für so etwas sind die kleinen da) und pikse die Luftblase an einer Stelle an, wo ich sie danach in den unteren Teig drücken kann und das Ventil ist wieder geschlossen.
  10. Mit dem Teigrad schneide ich nicht perfekt regelmäßige Ravioli, aber das sollen sie auch nicht sein. Schließlich sind sie "fatti in casa".
  11. Das Wasser kocht schon längst und ich salze es. Ins Nudelwasser kommt nie und nimmer Öl. Ich habe keine Ahnung, wer auf so etwas gekommen ist. Ich verstehe auch den Sinn und Zweck nicht.
  12. Jetzt koche ich die Ravioli wie lange? Keine Ahnung , 3 Minuten, 4 Minuten? Das ist bei Nudelteig mit Hartweizenmehl ziemlich einerlei, er verkocht nicht so schnell. Ich koche aber nicht alle gleichzeitig, sondern die erste Portion für alle. Dann kommt erst die zweite dran.
  13. Für die Sahnesauce gebe ich das Stückchen Butter in ein kleines Pfännchen und lass sie schmelzen. Dann schütte ich die Sahne dazu und lass beides aufkochen. Mit Parmesankäse, Salz und Pfeffer würzen und fertig ist diese einfache Sauce.

Ich nehme die Ravioli mit dem Schaumlöffel heraus (mit einem, bei dem das ganze Wasser abfließt, sonst gibt´s Raviolisuppe), da ich das Wasser noch für die zweite Portion brauche und verteile sie auf die Teller. Mit der Sahnesauce serviert erübrigt sich zusätzlicher Parmesankäse.

Im Kochwasser hat sich das Hatweizenmehl im Boden abgesetzt und das Wasser ist klar. Wenn ich normales Mehl zum Einmehlen genommen hätte, hätte ich jetzt Béchalelsauce, weil es eindickt.

Montag, 18. Januar 2010

Mailänder Kaffee und südtiroler Bratapfel

Samstag mussten wir beruflich nach Mailand auf eine Messe. Natürlich nicht in die Innenstadt, aber ab und zu fahren wir auf den Piazza Duomo, weil er einfach so schön ist. Außerdem bekommt man dort den besten Kaffee. Schon auf der Hinfahrt hatten wir Nebel, etwas was wir zu Hause nicht kennen. Die Nebeldecke hat sich auch im Laufe des Tages nicht aufgelöst.Das Auto haben wir am Messegelände geparkt und sind mit der "Metropolitana" ins Zentrum gefahren.
Früh am Morgen waren es fast nur Ausländer, die zugestiegen sind.

Auf dem Piazza Duomo angekommen bin ich jedesmal von diesem wunderschönen Bau fasziniert, von dieser prachtvollen Kirche.


Gleich daneben liegt das nächste Prunkstück, die "Galleria Vittorio Emanuele II".


Momentan sind in der Kuppel hunderte Lichter installiert die das wunderschöne Mosaik am Boden wiederspiegeln sollen. Nur noch in Neapel habe ich noch so eine schöne Galerie gesehen, die "Galleria Umbero I".


Wir haben dann direkt am Platz in einer Bar, am Tresen einen "café macchiato" getrunken und einen "brioche" gegessen. Der "barista" hat mir mit seinem Milchschaum ein kleines Herz in den Kaffee gezaubert. Der Charme des italienischen Mannes kennt keine Grenzen, er ist sicher um einiges jünger als ich! Den "brioche" nimmt man selbst aus der, in diesem Fall beheizten, Gebäcksglocke. Der "café" ist wie ein Dessert, ich löffle noch mein Schaumherz aus der Tasse. Wir haben € 2,80 bezahlt, wenn wir uns gesetzt hätten, wahrscheinlich fast wie für ein Mittagessen.

Dann wieder mit der "Metropolitana" zum Messegelände. Jetzt steigen nur Messe-Besucher zu. Ich beobachte die Menschen im Wagon. Die Frauen sehr gepflegt und elegant, aber auch der italienische Mann ist modebewusst. Er trägt einen schönen leichten Schal, schöne Brillen, auf der Nase oder im Haar und ausnahmslos alle schöne italienische Lederschuhe. Ich stelle aber mit Genugtuung fest, dass der attraktivste im Wagon mein Mann ist!

Dann zur Arbeit und am Abend wieder zurück in die Heimat.

Am Sonntag wollten die Kinder zum Snowborden nach Meran 2000. Wir hatten eher Lust auf eine Wanderung. So sind wir zusammen nach Falzeben gefahren. Die Jugend hat sich mit Freunden getroffen und wir sind durch die wunderschönen, sonnendurchstrahlten Wälder auf einen Hügel, namens Spieler gewandert.


Zum Nebel vom Vortag ein atemberaubendes Schauspiel.


Ein kleiner Wasserlauf, man sieht ihn nicht, aber man hört das leise Plätschern unter der Schneedecke.

Ich schwitze und lasse richtig Dampf ab. Wenn ich oben angekommen bin, ist der Druck von der letzten Woche weg, wie beim Schnellkochtopf.


Die Aussicht ist gewaltig und die Ruhe gibt einem wieder viel Energie für die nächste Woche.

Man trifft nette Mensch auf dem "Gipfel" und wir essen mitgebrachte Brote.


In der Sonne ist es schon richtig warm. Rundherum sehen wir Schneespuren.


Abends wenn wir nach Hause kommen, bereit ich noch diese Äpfel zu, die sehr schnell gemacht sind.

Wir haben einen alten Holzherd in der Küche, dort macht Norbert Feuer. Ich wasche die Äpfel und schneide mit einem Kernhaus-Ausstecher die Kernhäuser aus den Äpfeln. In jedes Loch gebe ich: Marillenmarmelade, grob gehackte Walnüsse, Butterflocken und oben drauf noch Honig. Die Hitze im Ofen beträgt ungefähr 100°.


Eine Stunde lassen wir die Äpfel im Backofen, danach werden sie mit Genuss gegessen.

Das war ein anstrengendes Wochenende, aber ich bin glücklich.

Donnerstag, 14. Januar 2010

Alt werden in Südtirol

Eine Nachricht hat uns neulich aufhören lassen. Am Montag ist eine der ältesten Frauen der Welt, im Ultental verstorben, mit 111 Jahren, die Simele-Thres.

Mittags hat es dazu einen interessanten Bericht im Radio gegeben.

Anscheinend sind wir Südtiroler eines der ältesten Völker dieser Welt! Was meiner Meinung nach, noch erfreulicher ist, werden wir bei relativ guter Gesundheit alt.

Die Frage, vom Journalisten an den zuständigen Beamten des Statistikamtes, war natürlich ob man den Grund wisse.

Natürlich sind das nicht nachgewiesene Fakten, aber man vermutet, dass die einfache Lebensweise unseres Landes, sprich, einfache Kost (wenig tierische Fette), mediterrane Küche und viel Bewegung unter anderem dazu beitragen.

Lest auch das was die Simele-Thres dazu zu sagen hatte: u.a. jeden Tag ein Glas Wein oder Schnaps, wenn man´s verträgt, tut nur gut.

Dies alles hat mir nur das bestätigt, von dem ich schon lange überzeugt bin.



Hier habe ich noch ein Foto von den Feigen, die wir im Sommer getrocknet und dann eingefroren haben und schon über die letzten Monate essen. So schmecken sie nicht wie Dörrobst, sondern fast wie frische Feigen.

Dienstag, 12. Januar 2010

Radicchio und seine Vorurteile


Radicchio liest man Radikkio, für solche die der italienischen Sprache nicht mächtig sind. Mir ist erst während meiner Zeit mit Horst Lichter bei der Küchenschlacht bewusst geworden, dass jemand auch Raditscho sagen könnte. Er wollte es mir ja fast nicht glauben, aber wie ich neulich von jemanden gehört habe, soll er sich bekehrt haben. Erst diesen Winter hat mir jemand aus der Gegend, in der der Radicchio wächst, erzählt, dass man im Dialekt im Veneto Raditscho sagt ;)
Wir waren im Herbst einmal in dieser Gegend, mit den Fahrrädern unterwegs. Genauer gesagt in Comacchio. Das ist der Hauptort im Po-Delta. Wenn jemand glaubt das Po-Delta sei eine schmutzige, stinkende Kloake, da es ein Delta von einem großen Fluß ist, täuscht sich gewaltig.
Es ist ein riesiges Biotop in dem hunderte Vögel nisten und eine einfach traumhafte Landschaft. Natürlich waren im Herbst viele Vögel schon in den Süden geflogen, denn auch hier kann es im Winter ganz schön kalt werden. Comacchio erinnert an Venedig, denn auch hier gibt es Wasserstrassen.
Gegessen haben wir fantastisch, natürlich mit Zutaten aus dieser Gegend.

Radicchio ist nicht gleich Radicchio und man ist allgemein der Meinung, er sei sehr bitter. Deshalb heute eine kleine Warenkunde. Im Bild sind drei verschiedene Radicchio zu sehen. Es gibt noch mehr, aber zum Kochen sind das die wichtigsten.
Die zwei kleinen Köpfe hinten links ist der Radicchio Rosso di Verona. Dieser ist immer nur so klein erhältlich und die Blätter liegen locker übereinander und ist nicht sehr bitter, überhaupt im gekochten Zustand nicht mehr.
Der längliche feste Kopf, hinten in der Mitte und der daneben mit den schwertförmigen Blättern, sind Brüder: sie heißen beide Rosso di Treviso. Der mit dem festen Kopf ist die frühe Ernte(precoce), der andere die Spätlese (tardivo). Der mit den lockeren Blättern, also auch die ganz vorne, der tardivo, ist der teuerste, da er eigendlich zweimal wachsen muss. Seine Mutterpflanze wird nach den ersten Frösten aus der Erde genommen und die Wurzel wird in Wannen nochmals zum Austreiben gebracht, deshalb ist hier die Wurzel sehr ausgeprägt. Er eignet sich für bestimmte Gerichte am Besten z.B zum Grillen, aber ist auch sonst der nobelste von allen. Sein Bruder mit dem festen Kopf ist der Bitterste von diesen dreien. Kochen kann man natürlich mit allen dreien.
So jetzt endlich zu einem Rezept von diesem Salat, der eigentlich keiner ist, und zwar habe ich Crespelle gratinate al Radicchio gemacht, d.h. überbackene Radicchiopalatschinken:

Zutaten für 4 Personen:
Für die Palatschinken:
  • 180 g Mehl
  • 340 ml Milch
  • 3 Eier
  • 35 g Butter, zerlassen
  • 1 Prise Salz
  • Öl zum Backen

Für die Fülle:

  • 1/2 kg Radicchio (hier Rosso die Verona)
  • 1/4 Zwiebel
  • 100 g Gorgonzola, mild
  • Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle

  • Parmesankäse gerieben
  • Butter, zerlassen
  1. Ich verrühre Mehl, Milch und Salz mit einem Schneebesen glatt und lasse diesen Vorteig 15 Minuten quellen, man würde nicht glauben, dass auch weißes Mehl quellen muss.
  2. Inzwischen wasche ich den Radicchio, zupfe allerdings nicht alle Blätter ab, sondern wasche ihn außen und halbiere ihn. Innen wasche ich ihn nochmals ein wenig. Dann schneide ich den Radicchio in feine Streifen. Die Zwiebel hacke ich fein.
  3. In einer Pfanne gebe ich Olivenöl und dünste den Zwiebel etwas an , dann kommt der Radicchio dazu. Ich lasse es solange kochen, bis alles weich ist, dann würze ich mit Salz und Pfeffer und nehme die Pfanne vom Herd. Jetzt gebe ich den von der Rinde befreiten Gorgonzola und mische ihn unter.
  4. Den Backofen schalte ich auf 200° Heißluft und buttere ein feuerfestes Geschirr aus.
  5. Die Eier zerschlage ich mit der nicht mehr heißen Butter und gebe sie unter das Mehl-Milchgemisch. Aber nicht mehr zu stark rühren, sonst werden die Crespelle zäh.
  6. Jetzt erhitze ich zuerst die Stahlpfanne und gebe erst dann einen Tropfen Öl hinein und verteile diesen mit meinem Silikonpinsel. Man würde nicht glauben, was das für einen Unterschied macht, aber so kleben mir die Palatschinken nie an, probiert es einmal.
  7. Ich lasse den Teig dünn einlaufen und backe mehrere Palatschinken, natürlich von beiden Seiten.
  8. Diese fülle ich allerdings jeweils schon in der Pfanne mit der Radicchio-Füllung und gebe sie nebeneinander in die feuerfeste Form.
  9. Ich streue noch ziemlich Parmesankäse darüber und bedecke alle Crespelle mit zerlassener Butter.
  10. Dann gebe ich das Geschirr in den Backofen und lasse sie überbacken, das müsste in 10-15 Minuten geschehen sein (ich habe noch nie auf die Uhr geguckt, eher in den Ofen).

Jetzt könnt ihr diese Spezialität genießen und wenn ich euch noch sage, dass man dem Radicchio nachsagt, dass er gegen den Alterungsprozess wirken soll, um so mehr. Was glaubt ihr, wieso wir soviel Radicchio essen?

Und hier noch ein Foto vom Radicchio-Risotto, aber den kennt ihr ja schon, oder?

Donnerstag, 7. Januar 2010

Spinatnocken im Winter


Es schneit wie im Märchen. Meine Pflanzen auf dem Balkon sind angezuckert, als ob sie jemand verspeisen möchte. Draußen ist es ganz ruhig. Alle Geräusche sind vom Schnee gedämpft. Endlich wieder ein bisschen Niederschlag. Wir hatten über den Weihnachtsfeiertagen immer schönes Wetter. Traumhaftes Wetter. Wir waren ein paar Mal im tiefen Schnee wandern, auf unseren schönen Hochalmen. Auf den Hütten isst man größtenteils einfache, aber gute Gerichte. Ein Schlager ist und bleibt Kas- oder Spinatnocken. Ich muss sagen, nach einer anstrengenden Wandertour, bei so einem Gericht mit Speck-Krautsalat, stellt sich bei mir ein Höchstgefühl ein, da kann kaum ein Gourmet-Tempel mithalten.
Bei uns gibt es heute ein wenig andere Spinatknödel und ich gebe euch gerne mein Rezept von dieser Südtiroler Spezialität:


Zutaten für 4 Personen:

  • 400 g Spinat, gewaschen
  • 300 g Knödelbrot
  • ca. 200 ml Milch
  • 1 Ei
  • 40 g Bauchspeck
  • ½ kleine Zwiebel
  • 3 Salbeiblätter
  • Öl oder Butterschmalz
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle

  • 100 g weiche Butter
  • 200 g Tomatensugo

  • Parmesankäse, gerieben


    Das Knödelbrot gebe ich in eine große Schüssel, erwärme die Milch etwas, verteile den größten Teil über das Knödelbrot und decke die Schüssel entweder mit Folie oder mit einem Silikondeckel ab. Das Brot soll eine Weile aufweichen, mindestens eine halbe Stunde kann aber auch der ganze Vormittag sein.

    Den Bauchspeck und die Salbeiblätter schneide ich in feine Streifen, den Zwiebel schäle ich und hacke ihn und fein.

    In einem Pfännchen erhitze ich Öl oder Butterschmalz, röste Bauchspeck, Salbei und Zwiebel darin goldgelb und gebe alles zum Brot.

    Den Spinat hacke ich im Fine-Cut noch im rohen Zustand fein. Man kann den Behälter ziemlich vollstopfen und das Gehacke ist schnell geschehen. Jetzt gebe ich den Spinat nacheinander in das heiße Pfännchen und lasse ihn ein wenig zusammenfallen. Auch der kommt zum Brot. Ich salze und pfeffere ein wenig.


    Was fehlt noch? Ach ja, das Ei, dann wird alles gut verknetet. Man knetet richtig fest, wie bei einem Teig, halt nur in der Schüssel. Wenn der Teig zu trocken wirkt, muss ich noch Milch dazugeben. Der Teig sollte schön geschmeidig sein.


    Dann forme ich schöne Nocken und gebe sie auf ein Siebeinsatz über Wasser, in einem Topf, in einer Pfanne, wo sie halt Platz haben und decke sie zu.

    Ich schalte die Hitze unter der Pfanne ein und lasse die Nocken ca. 10 Minuten dämpfen. Es passiert nichts, wenn es länger ist.

    Inzwischen lasse ich die Butter mit dem Tomatensugo bei niederer Hitze zergehen, würze mit Salz und Pfeffer und stelle die Tomatenbutter bereit.


    Aber der Speck-Krautsalat darf nicht fehlen. Norbert hat ihn schon zubereitet. Er hat den Krautkopf geteilt und mit einem feinen Hobel in die Salatschüssel gehobelt. Nochmals wird wenig Speck in feine Würfel geschnitten und gebraten. Der Speck sollte noch heiß über das Kraut gegeben werden, das lässt das Kraut weicher werden. Norbert richtet das Kraut mit Kräutersalz, Apfelessig und Olivenöl an. Das Verhältinis von Essig und Öl ist 1:2, das heißt immer doppelt soviel Öl wie Essig. Er verrührt alles in einem Schüsselchen und gibt es erst dann über den Salat.



    Sobald die Nocken fertig sind werden sie mit etwas geriebenen Parmesankäse und der Tomatenbutter serviert.

    Dazu noch den Speck-Krautsalat und draußen schneit´s. Heute brauch ich nirgends hin, wir sind auf unserer "Alm-Hütte" eingekehrt.

Dienstag, 5. Januar 2010

Die beste Art den Kühlschrank aufzuräumen


Das neue Jahr ist gekommen, ob wir wollten oder nicht. Wir sind glücklich hinein gepurzelt, mit allem was dazu gehört. Nach den ganzen Feierlichkeiten hat man natürlich von allem was übrig! Was machen wir damit? Es gibt eine Pfanne, die schon sehr lange eine Faszination auf mich ausübt: der Wok, welcher für so eine Herausforderung geschaffen ist.
Ich war in meiner Oberschulzeit das erste Mal in einem sehr guten, chinesischen Restaurant. Das ist schon sehr lange her. Ihr werdet es nicht glauben, das war in Florenz!! Im Schlemmerparadies schlechthin, geht die gute Frau chinesisch essen. Man war jung und es war einmal etwas Neues. Italienische Küche ist für uns normal.
Auf alle Fälle hat es mich schwer beeindruckt und ich habe mir ein chinesisches Kochbuch gekauft, welches ich heute noch besitze und habe auch daraus gekocht.
Nicht all zu lange Zeit danach, habe ich von Norbert, der noch nicht mein war, ein kleines Präsent bekommen und er hat geglaubt einen dicken Schmatz dafür zu kassieren. Ich habe ihn zum Essen eingeladen: chinesische Küche. Dieser Abend hat wahrscheinlich etwas bewirkt, wir sind ja heute noch zusammen. Bekanntlich geht Liebe durch den Magen, oder nicht?
Ich koche schon lange mit dem Wok, aber nur in seltenen Fällen nach einem Rezept, sondern aus dem Garten oder aus dem Kühlschrank.


Hier zum Beispiel hatte ich noch einiges übrig: ein Stück von einer dicken Scheibe Schinken (wo werde ich die her haben, logisch von hier), zwei rote Peperoni, eine Karotte, ein Lauch, etwas Pak choi, ein asiatisches Gemüse, mit Mangold zu ersetzen, zwei Eier habe ich immer und irgendwelche asiatischen Nudeln, habe ich auch immer zu Hause. Zwiebel und Knoblauch dürfen auch nicht fehlen und Sojasauce kaufe ich literweise, damit ich niemals in Bedrängnis komme.
Los geht´s:
Ich stelle in einem Topf Wasser auf den Herd, wie schon gesagt, nie falsch, wer weiß für was du´s brauchst.
Ich schlage die zwei Eier in eine Schale, salze und verquirle sie.
Das Gemüse wird gewaschen, wenn notwendig auch geschält und in ungefähr gleich große Stücke geschnitten.
Das Wasser kocht, ich salze es nicht, das tut man so bei asiatischen Nudeln. Dann lege ich die Nudeln ins heiße Wasser, lockere sie mit einer Holzgabel und lasse sie dort ungefähr 8 Minuten, dann probiere ich sie das erste Mal. Wenn sie mir schmecken kommen sie raus, wenn sie noch hart sind, bleiben sie noch drinn. Jetzt probiere ich sie immer wieder. Aber lange muss ich nicht probieren, die meisten sind´s nach den 8 Minuten.
Inzwischen schneide ich den Schinken in Würfel, den Zwiebel hacke ich fein, schiebe ihn auf die Seite, dann kommt der Knoblauch dran.
Jetzt kommt erst der Wok ins Spiel. Ich setzte ihn über die Flamme und lasse ihn schön heiß werden. Erst jetzt gebe ich ein wenig Rapsöl in die Pfanne und backe mit dem verrührten Ei ein Omelett, von beiden Seiten gebraten. Nehme es heraus und schneide es in Streifen.
Dann kommt das Gemüse an die Reihe. Ich beginne mit dem Gemüse, das am Längsten braucht, mit den Karotten. Ich röste sie und wende sie ständig, damit sie nicht auf einer Seite anbrennen. Dann kommt das restliche Gemüse nacheinander in den Wok: Lauch, Pak choi oder Mangold und die Peperonistreifen. Den Zwiebel gebe ich relativ spät in die Pfanne. Ich will nicht, dass er verbrennt. Bei der Hitze wäre das leicht möglich.

Jetzt schiebe ich das Gemüse an den Rand und gebe in die Mitte die Schinkenwürfel und brate diese auch von allen Seiten.
Erst jetzt gebe ich den Knoblauch dazu und mische alle bunten Zutaten miteinander. Die Nudeln, falls sie zu lange sind, schneide ich auf einem Brett etwas kürzer und gebe sie ebenfalls in den Wok. Es muss nur noch gewürzt werden, mit Salz und mit Sojasauce. Pfeffer kommt keiner rein.
Bei uns steht immer ein Gläschen Sambal Oelek, das ist eine scharfe Sauce, auf dem Tisch, allerdings aus dem Bioladen. Wenn man bei herkömmlichen die Zutatenliste liest, wird einem schlecht.


Die Stäbchen sind nur Deko. Wir besitzen welche, decken sie für Gäste auch auf, aber mehr aus Jux. Unsere Gäste nehmen dann doch meistens die Gabel.
Auf alle Fälle, wollt ihr euch jemanden angeln, kocht ihm oder ihr was schönes, das ist nie falsch und wollt ihr ihn oder sie behalten, bleibt dabei.

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